„Delight-House“ steht auf einer Tafel. Die ist an einen Baum genagelt und vor Tafel und Baum stehe ich. Dahinter, auf einem leicht ungepflegten Grundstück mit Blick auf einen Nebenarm der Chesapeake Bay steht das dazugehörige „House“. Das hat ein bisschen die Form eines „Lighthouse“ und so ist meine Assoziation zu dem Wort/Namen erst einmal entsprechend.
Als bekennender wenn auch nicht fanatischer Fan der Leuchttürme dieser Welt gefällt mir das Wortspiel. Ein De-lighthouse oder Delight-House …. da bleibt Raum für Fantasie und Doppeldeutigkeit. Delight steht für Freude, Wonne, Vergnügen. Und die bereitet mir der Anblick eines Leuchtturmes. Da mir das Leben in einem richtigen Leuchtturm nicht möglich ist, zieren einige ausgewählte Miniaturexemplare unser Haus. Teils leuchtend wie die grossen Vorbilder, teils als schlichte Deko, Türstopper, Türglocke oder im Bilderrahmen an der Wand hängend.
In einigen Ländern ist es üblich, seinem Haus einen Namen zu geben. Das ist ja auch viel persönlicher und drückt mehr Verbundenheit zum Heim aus, als wenn man einfach nur die schnöde Hausnummer an die Wand pinnt. Also warum unser Haus nicht „Delight-House“ nennen?? Denn es ist gemütlich, man fühlt sich wohl, also bereitet es seinen Bewohnern Vergnügen und Freude. Gleichzeitig leuchtet es in den Abendstunden, begrüsst Bewohner und Besucher mit seinem Charme und seinem Licht. Im Haus gibt es ausserdem eine Sammlung an Leuchtturmfotos und kleinen Leuchturmmodellen.
Das Delight-Gefühl möchten wir zukünftig gerne teilen. Denn wenn wir mal nicht mehr in die Welt hinaus fahren können, dann wollen wir die Welt zu uns ins Haus einladen. Es soll ein kleines, einfaches, aber sehr persönliches und hoffentlich gemütliches B&B werden, dessen Tür Gästen immer offen steht. Vielleicht ja auch Seglern, die eine Auszeit von ihrem Wasserleben nehmen wollen oder müssen. Die für eine kurze Zeit ein Zuhause an Land benötigen, um auszuruhen, von Krankheiten zu regenieren, sich zu sortieren, Geld zu verdienen. Und die dann ein Dach überm Kopf schätzen, in dem sie einfach nur ihre persönlichen Habseligkeiten mitbringen müssen.
Aber auch Durchreisenden, Fahrradtouristen, Wanderern und anderen Besuchern unserer schönen Region wollen wir ein Zuhause auf Zeit bieten. Nicht mit dem Komfort eines Hotels samt eigener Dusche & WC im Zimmer oder Zimmerservice. Aber dafür mit viel Empathie und Engagement.
Einziges Manko unseres Delight-House: es steht nicht direkt am Wasser, bietet keinen Blick aufs Meer und kein Meeresrauschen oder Möwengeschrei fürs Ohr. Und doch steht es da wie ein Fels in der Brandung. Seit gut 100 Jahren schon. Mitten in Langwedel. Nah an Bahnhof, Bushaltestelle und Einkaufsmöglichkeiten. Wenn der Wind durch die Blätter der Bäume im Garten fährt, dann kann man die Augen schliessen und sich ans Meer träumen; sich vorstellen, das man am Strand sitzt und den Strandhafer hört. Und wenn das Windspiel im Baum ein leises „Ding“ oder auch ein aufgeregteres „Dingding“ von sich gibt, kann man sich auch im Nebel auf einem amerikanischen Gewässer wähnen. Denn einer amerikanischen Glockentonne ist unser Windspiel nachempfunden.

